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Agnes bei Fußnote 28

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TX001 · Fußnote 28 · Routeneintrag 21 von 26

Die sanfte Verschiebung

Hedayat und Guy Debord begegnen Erwin Barth in einem Park, dessen Wege bereits eine sanfte Dérive in den Grundriss einbauen.

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Worte, die die Route trägt

Deutsche Textfassung

Gehen Sie den Weg weiter entlang.

Springen wir nun ein paar Jahrzehnte vorwärts und ein paar hundert Meter weiter zur Kantstraße, wo Sadegh Hedayat – der iranische Exilant mit den gequälten Augen – einst durch Berlin streifte. Er schrieb über Städte als Orte, die einen von innen heraus zerfressen; über Straßen, in denen Sprachen widerhallen, die man nur halb versteht; darüber, wie ein Straßenbahnfenster realer werden kann als das eigene Gesicht im Glas. Hedayat hätte Barth sofort verstanden: den Park als eine Maschine für eine sehr sanfte Art der Verschiebung, in der man gleichzeitig hier und anderswo ist – Berlin und Teheran, Berlin und St. Petersburg, Berlin und Denver … gegenwärtig und doch permanent abschiedsbereit.

Auf der anderen Seite des Flusses der Theorie ist Guy Debord gerade damit beschäftigt, Pfeile auf einen Stadtplan von Paris zu zeichnen. Er fängt einfach an zu laufen, ohne Ziel, und folgt nur Atmosphären, Farben und dem Sog einer Seitenstraße. Er würde diesen wohlerzogenen bürgerlichen Park wahrscheinlich verachten und ihn doch heimlich bewundern. Denn Barth hat bereits ein vorgefertigtes Dérive in den Grundriss eingebaut: Die Wege weigern sich, rein funktional zu sein, die Sichtachsen „glitschen“, und die offiziellen Gedenktafeln scheitern daran, zu erklären, was man eigentlich fühlt.

Biegen Sie rechts ab und folgen Sie dem Pfad, der am See entlangführt.

Rechts davor sehen Sie einen alten Baum mit einer kleinen Gedenktafel.

Wir treffen uns dort.

Öffentlicher Permalinkhttps://www.berlinfootnote.com/footnotes/tx001/28-boltzplatz/?lang=de