TX001 · Fußnote 27 · Routeneintrag 20 von 26
Die Straße muss hindurch
Die Neue Kantstraße schnitt den Lietzensee 1904 entzwei; unter der Brücke überleben Kanal, versunkenes Dorf und Geisterhunde.
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Worte, die die Route trägt
Deutsche Textfassung
Nehmen Sie den ersten Weg rechts, der dem See am nächsten liegt, und folgen Sie ihm weiter.
Der See selbst ist klein, etwa sechseinhalb Hektar groß und drei bis vier Meter tief. Er ist Teil der Grunewalder Seenkette, die von den Gletschern der letzten Eiszeit hinterlassen wurde. Er hat keinen Zufluss, sondern nur Grundwasser, das von unten einsickert; seit dem 19. Jahrhundert wird er durch Rohre entwässert, die zur Spree führen. Davor floss das überschüssige Wasser in ein sumpfiges Gebiet namens „Schwarzer Graben“.
Im Jahr 1904 wurde der See buchstäblich in zwei Hälften geschnitten – durch einen aufgeschütteten Damm, getreu dem Motto: „Die Straße muss hindurch“. Die Verlängerung der Kantstraße erforderte diesen Damm für die heutige Neue Kantstraße. Er teilte das Wasser in ein Nord- und ein Südbecken und ließ nur eine zehn Meter breite Öffnung; ein Kanal unter der Brücke verbindet die Hälften noch heute. Eine Zeit lang trennte die Fahrbahn den Park so gründlich, dass es nicht einmal einen ordentlichen Fußgängerüberweg gab. Erst 1954 fügte der Bezirk einen einfachen Weg unter der Brücke hinzu, der den Rundweg für Spaziergänger und Radfahrer wieder zusammenfügte. Die Brücke, die den See zerteilt, ist die Lietzenseebrücke, die 1904 von der Terrain A.G. Park Witzleben nach Plänen von Rudolf Walter erbaut wurde.
Es gab auch die Legende, dass das ursprüngliche Dorf Lietzow einst im See versunken sei. Fischer behaupteten, ihre Netze verfingen sich in der Kirchturmspitze am Grund, oder Geisterhunde streiften durch das Unterholz. Sogar von spontanen Feuern wurde berichtet, die nachts am Ufer zu sehen waren.
Kurz vor dem Tunneleingang entdeckt ihr links eine weitere der getarnten, skurrilen Betonbananen Berlins.
Gehen Sie durch den Tunnel und folgen Sie einfach dem Pfad.