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Agnes bei Fußnote 22

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TX001 · Fußnote 22 · Routeneintrag 15 von 26

Galerie 15

Galerie 15 bewahrt Kunst des Kalten Krieges – und den Flyer einer Ausstellung für eine Frau, deren Existenz sich nicht beweisen ließ.

2:18 englische AufnahmeAudio-Fußnote

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Die deutsche Aufnahme folgt später. Bis dahin bleibt hier die englische Fassung.

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Worte, die die Route trägt

Deutsche Textfassung

Überqueren Sie die Straße vor Ihnen und halten Sie an, wenn Sie auf der anderen Seite sind.

Während ihr die Suarezstraße hinuntergehen, senkt sich die Straße fast unmerklich in Richtung Park. An der Ecke Kuno-Fischer-Straße 15 – im selben Gebäude, in dem unsere liebe Elfriede lebte, dort wo die Friedbergstraße die Dernburgstraße streift – befindet sich ein bescheidener Eckraum mit einem einfachen Schild: Galerie 15.

Dies ist der Ausstellungsraum der Sammlung Moderne Kunst der Michael-Thomas-Schröder-Stiftung. Eine stille, aber ambitionierte Stiftung, die sich um die Kunst der 1970er und 80er Jahre kümmert: politische Grafiken, Exilwerke, der visuelle „Fallout“ des Berlins aus der Zeit des Kalten Krieges.

Als ich über diesen Ort recherchierte, fand ich in einem kleinen Kunst-Blog ein verstecktes Interview mit dem Gründer, Michael Thomas Schröder. Zuerst klang alles ganz normal: Daten, Ausstellungen, eine kurze Geschichte seiner legendären ersten Galerie aus den Siebzigern. Aber dann stieß ich auf einen Satz, der mich hellhörig machte:

„Erst im vergangenen Jahr bereiteten wir eine Ausstellung für eine Frau vor … Wir mussten die Schau absagen, weil wir nicht beweisen konnten, dass sie jemals existiert hatte.“

Zeugen schworen, sie sei am Mittwoch, dem 6. November 2024, erschienen – am Morgen, als die Ergebnisse der US-Präsidentschaftswahlen eintrafen. Sie soll den Raum beruhigt haben, indem sie eine Geschichte über ein Fenster erzählte, das sich erst öffnen lässt, wenn man zugibt, wen man verraten hat.

Wenn ihr das Café betretet, hängt dort immer noch ein Flyer für die abgesagte Ausstellung: Undine von Blankenschiff – „Die ewige, unvermeidliche Wiedererweckung der Weißen Frau von Hohenzollern“.

Gehen Sie vorerst weiter in die gleiche Richtung wie zuvor, in Richtung Park.

Weiter vorne, wo Suarezstr. biegt links in die Dernburgstr ein und um die Ecke findet man vor allem im Sommer oft alte Möbel, Kleidung, Spielsachen, Bücher und andere Gegenstände, die die Einheimischen für diejenigen liegen lassen, die sie gerne mitnehmen möchten.

Wenn Sie möchten, können Sie die Tour gerne beenden, um einen Blick darauf zu werfen.

Ansonsten weitermachen.

Öffentlicher Permalinkhttps://www.berlinfootnote.com/footnotes/tx001/22-galerie-15/?lang=de